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Stimmen aus dem Gemeinderat: S 21: Die Ausstiegskosten-Fabel
Die Befürworter des Stuttgarter Tiefbahnhofes, darunter auch die Heidelberger CDU, behaupten, es
entstünden bei einem Ausstieg aus dem Projekt Kosten von 1,5 Milliarden Euro. Dies ist schlicht falsch.
Von diesem Betrag sind mehr als die Hälfte keine echten Kosten, sondern Rückzahlungen der Bahn an die
Stadt Stuttgart für das Gleisareal des Bahnhofs, das sie bereits 2001 gekauft hatte. Bisher beauftragte
Firmen haben einen Anspruch auf Erstattung der tatsächlich entstandenen Kosten und der entgangenen Gewinne.
(Diese machen aber nur einen Bruchteil des Auftragsvolumens aus.) Eine Untersuchung der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Märkische Revision geht von Ausstiegskosten von 350 Millionen Euro aus.
Dies sind 4-8 Prozent der Gesamtkosten für das Projekt, welche Schätzung man immer auch zugrunde legt.
Fazit: Man wirft kein gutes Geld schlechtem hinterher.
Für ein Projekt, das keine verkehrlichen Verbesserungen bringt.
Dr. Arnulf Weiler-Lorentz, 12.11.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: S21 - die Ausstiegsfabel
Die Befürworter des Stuttgarter Tiefbahnhofes nennen Kosten von 1,5 Milliarden Euro für den Ausstieg aus S21.
Dies ist schlicht falsch. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Märkische Revision beziffert die reinen
Ausstiegskosten mit 350 Millionen Euro. Dies sind 4 bis 8 Prozent der Gesamtkosten für S21, welche
Schätzung man immer auch zugrunde legt.
Fazit: Man wirft kein gutes Geld schlechtem hinterher. Für ein Projekt, das keine verkehrlichen
Verbesserungen bringt. Von den Milliarden Euro der Befürworter - darunter auch die Heidelberger CDU - sind
mehr als die Hälfte keine echten Kosten, sondern Rückzahlungen der Bahn an die Stadt Stuttgart für
das Gleisareal des Bahnhofs, das sie bereits 2001 gekauft hatte. Nur beauftragte Firmen haben einen Anspruch auf
Erstattung der tatsächlich entstandenen Kosten und der aus erteilten Aufträgen entgangenen Gewinne.
Hilde Stolz, 07.11.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Berliner Straße
Schon bei der Verabschiedung der Rahmenplanung für die Berliner Straße hatten die Bezirksräte eine
intensive Mitwirkung bei der Konkretisierung gefordert, etwa in Form von Auswahl zwischen Alternativen. Jetzt werden
fertige Bebauungspläne vorgelegt, die nur sehr schwer geändert werden können. Auch weil die Uni beim
Campus-Hotel schon PPP-Verträge fertig hat und beim Mathematikon ein großherziger Spender sich nur ungern
hineinreden lassen wird. Wozu Bezirksbeiräte, wenn man sich um deren Voten nicht kümmert.
Was nützt eine auf 10 Jahre angelegte Internationale Bauausstellung zur stadtgestalterischen Verbindung von
Stadt und Uni, wenn jetzt schon an der Berliner Straße neue, massive und langgestreckte Baukörper den
Campus vom Rest der Stadt abriegeln?
Hilde Stolz, 17.10.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Ist Kino Kultur?
Ich bin der Meinung: Ja. Und dazu gehört unverzichtbar auch das Main-Stream-Kino. Nicht zuletzt deshalb muss
die Schließung des LUX/Harmonie jetzt verhindert werden. Ob überhaupt und wo ein neues Multiplexkino gebaut
werden soll, kann erst dann ohne Sachzwänge diskutiert werden. Bisherige Freiflächen in der Altstadt kommen
für uns nicht in Frage. Am Theaterplatz jedenfalls muss der unsinnige Plan für ein Einkaufszentrum dort
zurück gestellt, am besten ganz aufgegeben werden. Mit 80 Prozent hatten sich schon 2007 die
Altstadt-Einzelhändler eindeutig gegen einen "Einzelhandelsmagneten" an dieser Stelle ausgesprochen.
Hilde Stolz, 19.09.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Klimaschutz im Mühltal
Heute hat die BI Mühltal/Eleonorenhaus das Wort: "In Heidelberg wirft man alle selbstgesteckten Ziele zum
Schutz des Stadtklimas über Bord, kehrt alle bisher gültigen Richtlinien ins Gegenteil und ruft:
Investoren herbei, baut auf den letzten Grünflächen in begehrten Lagen, familiengerecht und nach
Passivhausstandard, dann darf's auch etwas mehr sein. Wir sind es leid, uns die (Kalt)-Luft durch
überdimensionierte Bauvorhaben abstellen zu lassen und rufen mit 2200 Unterzeichnern unserer
Unterschriftenlisten: Hände weg vom Mühltal, Hände weg von Handschuhsheim.
In Mannheim dagegen werden vorhandene Grünflächen geschützt und in Neubaugebieten großflächig
geschaffen."
Hilde Stolz, 12.09.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Verkehrspolitik heute
In einer Stadt wollen die Bürger leben, nicht nur Auto fahren. Deshalb greifen die Aussagen des Leiters des
Amtes für Verkehrsmanagement, Alexander Thewalt, viel zu kurz. Er hatte dem Gemeinderat vorgeworfen, den Bau
von Straßen vernachlässigt zu haben (Interview RNZ 12.7.2011). Heidelberg führe noch die
Diskussion von vor 20 Jahren. Davon kann gar keine Rede sein. Zum ersten Mal geht in den letzten Jahren der
Autoverkehr zurück, in manchen Bereichen deutlich. Das Auto wird zunehmend als eines von verschiedenen
Verkehrsmitteln genutzt. Radfahren und Carsharing boomen, und die Zuwachsraten bei der S-Bahn sind erheblich.
Die Heidelberger Verkehrspolitik muss weiterhin den öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr fördern
und die Wege von Fußgängern verbessern, um damit Lärm und Abgase in der Stadt und den
CO2-Ausstoß weltweit zu verringern.
Dr. Arnulf Weiler-Lorentz, 24.07.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Asyl in Heidelberg
Ist es richtig, Asylbewerbern weniger Fläche pro Person zum Leben zur Verfügung zu stellen als
für einen Hund vorgesehen ist? Ist es sinnvoll und gut, dass Asylbewerber nur gegen Warengruppengutscheine
in festgelegten Geschäften einkaufen können? Warum sollen sich Asylbewerber nicht über die
Grenzen Heidelbergs hinaus frei bewegen können? Braucht es mehr und intensivere Deutschkurse, damit sich
die Neubürger hier bei uns eingewöhnen können?
Dies und mehr zur Lebens- und Wohnsituation von Asylbewerbern möchten wir im Gemeinderat diskutieren
und zumindest die von der neuen Landesregierung im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Verbesserungen
schnellstmöglich für Heidelberg auf den Weg bringen.
Hilde Stolz, Dr. Arnulf Weiler-Lorentz, 18.07.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Fuchssche Villa
Mit dem Verkauf der Fuchsschen Villa droht auch der Abriss. Es werden Renovierungskosten in einer Höhe
genannt, die es einem Investor ermöglichen, das Gebäude abzureißen und das Grundstück neu zu
bebauen. Denkmalschutz greift nicht, wenn er geltend machen kann, ein Erhalt des Gebäudes sei für ihn
unzumutbar, da die Kosten einer Renovierung nicht über die Nutzung erwirtschaftet werden können.
Einem Abrissantrag müsste dann stattgegeben werden. Der Investor könnte so hoch bauen, wie die
Umgebungsbebauung. Er könnte zusätzlich auf dem Teil des Geländes, der nicht durch die
Erhaltungssatzung Weststadt geschützt ist, neue Gebäude errichten. Wir haben deshalb für den
Bereich der Fuchsschen Villa die Aufstellung eines Bebauungsplans und eine Veränderungsperre beantragt.
Mit einem Bebaungsplan kann die Bebauung in der bestehenden Form und Größe festgeschrieben werden.
Das macht es für einen Investor uninteressant, Abbruch und Neubebauung zu planen.
Dr. Arnulf Weiler-Lorentz, 11.07.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Olympiapark
Was 2006 gegen das Hopp-Stadion sprach, ist alles auch beim Olympia-Park der Asiaten richtig:
Grünflächen haben Vorrang, die Klimawirksamkeit verbietet die Bebauung dieser
Flächen, umfangreiche Neugestaltung der Verkehrswege wären nötig, zusätzlicher Verkehr
belastet insbesondere den Pfaffengrund, ... um nur einige zu nennen.
Es kommt dazu, dass wir den Nutzen eines solchen nur für Asiaten zugänglichen Trainings- und
Wellness-Gebietes in der Region nicht sehen: Für den Breitensport ist es verzichtbar. Nutznießer
wären lediglich das Image und einige wenige Dienstleister. Auch wenn reiche Scheichs uns von unseren im eng
besiedelten Deutschland nur noch spärlich vorhandenen Grünflächen mit ihren Öl-Millionen
welche abkaufen möchten, brauchen wir dem nicht nachzugeben!
Hilde Stolz, 04.07.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Stuttgart 21
Montagmorgen: 300 Menschen, davon mindestens drei aus Heidelberg, blockieren die Arbeiten zum Grundwassermanagement
im Zusammenhang mit dem Ausbau des Tiefbahnhofs Stuttgart 21: Keine Zufahrt für Baufahrzeuge, kein Zugang
für Bauarbeiter. Die Polizei ist bisher tolerant und zurückhaltend. Die Demonstranten wehren sich gegen die
Verdopplung der Grundwasserentnahme auf 6 Milliarden Liter. Wir fordern alle auf, sich gegen S21 einzusetzen. Dort
wird Geld unnötig verbuddelt, das bei uns für den Ausbau der S-Bahn
Heidelberg-Mannheim und den Neubau der Strecke Mannheim-Frankfurt gebraucht würde.
Hilde Stolz, 23.05.2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Eleonorenhaus Handschuhsheim
Ein sozialer Träger will verkaufen, ein Investor bauen. Da können natürlich Gesichtspunkte des
Landschaftsschutzes, des Naturschutzes, des Kleinklimas, der Stadtstruktur nicht mehr berücksichtigt werden.
Der Bauausschuss folgte dem Votum des Bezirksbeirates und beantragt im Gemeinderat die Offenlage eines
vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der gegen maßgebliche Planung verstößt: den Flächennutzungsplan
des Nachbarschaftsverbaundes, die eigenen städtische Planungen im Modell räumlicher Ordnung, im
Stadtteilrahmenplan, im Freiflächenstrukturkonzept und im Baudichteplan. Nur ein Vertreter der
Bunten Linken/Die Linke und zwei Vertreter der SPD im Bezirksbeirat haben sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.
Der ökologische Protest der Grünen und der GAL blieb aus. Jetzt liegt es bei den Bürgern, sich gegen
dieses Projekt zu wehren.
Arnulf Weiler-Lorentz, 11.04.2011
Rede zur Einbringung des Haushaltes 2010/11
wird demnächst hochgeladen
Hilde Stolz, März 2011
Stimmen aus dem Gemeinderat: Zuständigkeit der Region Rhein-Neckar, aber nicht des Heidelberger Gemeinderates?
Im September wird im Gemeinderat mit breiter Unterstützung beantragt, über das Bahnprojekt Stuttgart 21 zu
behandeln, da die enormen Kosten dieses Projektes den Ausbau des Schiennetzes in der Region gefährden.
OB Würzner weigert sich, diesen Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung des Gremiums zu setzen.
Das Thema falle nicht in die Zuständigkeit des Gemeinderates. Mitte November beteiligen sich die Vertreter der
Stadt Heidelberg, darunter Erster Bürgermeister Stadel, im Planungsausschuss des Verbandes Region Rhein-Neckar an
einer Abstimmung, die sich für den Bau von Stuttgart 21 ausspricht. Wir fordern den Oberbürgermeister auf,
unverzüglich beim Verband Region Rhein-Neckar vorstellig zu werden und zu fordern, diese Resolution
zurückzuziehen, da dieser Verband nach seiner Lesart ebenfalls keine Zuständigkeit hat.
Arnulf Weiler-Lorentz, 13.12.2010
Weitere Texte folgen
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Hilde Stolz, Arnulf Weiler-Lorentz, Mai 2011
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