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Bildung und Kultur

Kultur in Heidelberg

Die Kultur- und Bildungspolitik einer Gemeinde sind ein wichtiger Maßstab für die Qualität kommunaler Politik. Heidelberg ist mit seiner Universität, den Fachhochschulen, der Pädagogischen Hochschule, den Theatern, Museen und dem DAI, den Programmkinos sowie vielen weiteren kulturellen Einrichtungen eine Stadt, die naturgemäß diesem Aspekt der Kommunalpolitik einen hohen Stellenwert einräumen muß. Um den Erhalt des Zimmertheaters und des Unterwegstheaters haben sich Rot-Grün im Gemeinderat und OB Weber bemüht. Der Karlstorbahnhof hängt finanziell wieder einmal am seidenen Faden, dabei ist er ein wichtiges Zentrum für unabhängige Kultur und politische Arbeit. Wir fordern daher die Bereitstellung ausreichender Mittel, um die Arbeit des Karlstorbahnhofs auf Dauer zu sichern.

Die Bunte Linke setzt sich für eine Kulturpolitik ein, welche die „freie“ Kulturarbeit fördert, aber auch die etablierten Kultureinrichtungen unterstützt und bewahrt.

Selbstverwaltete Räume

Für ein selbstbestimmtes Leben in Heidelberg und für die jedem Bürger entsprechende Form seiner individuellen Entfaltung braucht Heidelberg selbstverwaltete Zentren. Die Räumung und der Abriss des Autonomen Zentrums vor fünf Jahren haben eine große Lücke in das politische und kulturelle Leben unserer Stadt gerissen, die bis heute nicht ausgefüllt ist. In seiner Vielfalt (günstige Parties und Konzerte, Proberäume für Theater und Werkstätten, Räume für feministische, antifaschistische und antirassistische Gruppen, für politische Diskussionen, für schwul-lesbische Kultur, die Volxküche) war das AZ ein zentraler Ort für politisches Engagement, gelebte Solidarität und Toleranz. Heidelberg braucht ein selbstverwaltetes Zentrum, in dem Kultur und Politik jenseits von Kommerz und Bevormundung entwickelt und praktiziert werden können. In einem solchen Zentrum können nicht nur Jugendliche soziale Kompetenz, Konfliktfähigkeit und politisches Denken lernen und erproben, es bietet auch Raum für kulturelles und politisches Engagement von unten, ohne das die Kultur und Politik einer Stadt ihre lebendige Basis verliert. Räume für ein solches Zentrum gibt es entgegen den Aussagen der Stadtverwaltung zur Genüge (nicht nur auf dem Gelände der `Bahnstadt`). Es fehlt hier offensichtlich lediglich am politischen Willen, sich einer kritischen und widerständischen Kultur auszusetzen.

Die Bunte Linke setzt sich dafür ein, dass die Zusagen der Stadt für ein neues selbstverwaltetes Zentrum nun endlich eingelöst werden und ein geeignetes Gebäude für ein selbstverwaltetes Zentrum zur Verfügung gestellt wird.

Antifaschismus

Für die Bunte Linke ist Antifaschismus mehr als nur ein wohlfeiles Lippenbekenntnis. Die konsequente Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ist gerade dort notwendig, wo sie unbequem wird und dazu angetan ist, auch heute noch Konflikte hervorzurufen.

Als Beispiele seien genannt die jährliche Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf der von Nazis errichteten Gedenkstätte des „Ehrenfriedhofs“ und die Entscheidung des Gemeinderates, an der Benennung von Straßen nach dem antisemitischen Hetzer Treitschke und dem nationalsozialistischen Sportfunktionär Diem festzuhalten.
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, rechtsextremen Umtrieben in unserer Stadt Widerstand entgegenzusetzen, statt sie totzuschweigen oder sie – wie im Fall eines Teils der Heidelberger Studentenverbindungen – mit dem Argument der Traditionspflege zu hofieren.

Unsere Solidarität gilt allen, die in unserer Gesellschaft rassistischer und antisemitischer Diskriminierung ausgesetzt sind.

Heidelberger Schulen und Hochschulen

Die umfassende Bildung der nachwachsenden Generationen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Kommune. Die Grundlagen, die in der Schule gelegt werden, bestimmen die Zukunft der Kinder und Jugendlichen und somit auch der Stadt. Die Finanzierung einer Verbesserung der Unterrichtsbedingungen an den Heidelberger Schulen durch eine bessere Ausstattung der Schulgebäude und –räume (Mobiliar, sanitäre Einrichtungen, Medienzugang, Lehrmittel) muß gewährleistet werden.

Die „Kernzeit“ – Regelung und das Konzept der verlässlichen Grundschule bedeuten für viele Eltern eine wirksame Entlastung, dennoch fehlen in Heidelberg außerhalb der regulären Schulzeiten ausreichende Betreuungsangebote für Schüler.

Die Bunte Linke fordert bezahlbare Nachmittagsbetreuung für Schüler, sowie kostengünstige Betreuungsangebote während der Ferien. Eine größere Zahl von Ganztagsschulen halten wir für erstrebenswert.
Wir unterstützen Fördermaßnahmen für ausländische Schüler und Schüler aus einem sozial schwachen Umfeld.
Die Stadt sollte ehrenamtliches Engagement von Eltern und Bürgern für die Schulen anregen, fördern und unterstützen.

Heidelberg ist eine durch die Universität geprägte Stadt. Die Heidelberger Universität ist international für ihre Qualität und ihr hohes Bildungsniveau berühmt. Das daraus erwachsende Prestige benutzt die Stadt gern als Werbung für sich.

Bildung als Menschenrecht zu begreifen und zu fördern, allen Gesellschaftsschichten den Zugang zu ermöglichen und Bildung zu einem Markenzeichen der Stadt auch außerhalb der Universität zu machen, zählt zu den Pflichten der Stadt. Spitzenforschung ist gut, muß aber auf einer breiten Basis stehen.
Wir setzen uns für eine aktive Bildungspolitik auf kommunaler Ebene ein, die Bildung auf hohem Niveau für alle Bevölkerungsgruppen im Blick hat.

Orte, an denen die Bevölkerung Bildungsmöglichkeiten wahrnehmen kann, müssen erhalten und finanziell unterstützt werden. Wir sind gegen die Schließung von Stadtteilbüchereien (Hasenleiser) sowie gegen die Kürzung der Mittel für die VHS und setzen uns für den Erhalt und die Förderung dieser und ähnlicher Institutionen ein.

In diesem Jahr beträgt die Zahl der hier Studierenden ca. 30 000. Seit den 80er Jahren hat sich die Anzahl der in Heidelberg lebenden Studenten nahezu verdoppelt. Die Stadt muß handeln, um die Situation für Studierende an der Heidelberger Universität zu verbessern. Der Heidelberger Wohnungsmarkt ist durch die hohen Studierendenzahlen stark belastet, günstiger Wohnraum ist Mangelware. Die Bunte Linke fordert: Mehr Wohnheimplätze für Studenten, um den kommunalen Wohnungsmarkt zu entlasten.

Die Heidelberger Universität muß in die Pflicht genommen werden, ihren Wunsch nach Expansion stadtverträglich zu gestalten.

© Bunte Linke 2003